Die Enzykliken des Sockenpapstes

Von ihrer Schwester genötigt sieht sich ihre Heiligkeit, das geistige Oberhaupt der Socken und strumpfverwandten Kleidungsstücke, dazu genötigt, ihr grenzenloses Randwissen nun auch per Sockenblog in die WWWelt hinauszusenden.

土曜日, 7月 15, 2006

Cordinka I. in Japan

Heute möchte ich auch die Gelegenheit benutzen, nicht nur über die Japaner zu berichten, sondern auch kurz aus meinem eigenen Dasein in Tokio ...
Wie im März schon befürchtet, wohne ich tatsächlich ganz in der Nähe des Nerd-Viertels von Tokio, Akihabara ... als ich meinen Arbeitskollegen berichtete, dass manche Menschen auf meine zaghaften Kommunikationsversuche mit Flucht reagierten, meinten selbige, dies müsse nicht an Rassismus oder Xenophobie liegen, sondern es könnte sehr leicht sein, dass ich auf so genannte "Otakus" getroffen bin ... das japanische Äquivalent zum durchschnittlichen österreichischen Informatikstudenten.

Akihabara - Otaku´s Paradise. Fotos: Coala.

Weniger psychologisch als vielmehr einkaufstechnisch interessant ist die Tatsache, dass ich ganz in der Nähe vom Tokioter Brunnenmarkt (bin mir sicher, dass das die korrekte Übersetzung von "Okachimachi" ist...) wohne ... wahrscheinlich mit ein Grund, warum mich bisher das Heimweh kaum plagt.

Büli, büli, büli auf Japanisch. Fotos: Coala.


Auch mein spartanisch eingerichtetes kleines Kämmerchen habe ich mittlerweile schon ein wenig meinen persönlichen Gestaltungsbedürfnissen anpassen können und im Rahmen eines mittelschweren Gestaltungswahnanfalles mit buntem oder glitzerndem Kitschkram aus dem 100-Yen-Shop vollgestopft (oder, wie es mein Schwesterlein Minkasie einst so nett formuliert hat: "Es sieht aus wie das Nest einer schwulen Elster").

Vorher:

Nach nur wenigen Tagen Aufenthalt:


Und wenn ich nicht gerade herumlaufe, um Schreine und Japaner zu fotographieren, die Lebensmittelabteilung diverser Kaufhäuser durchzukosten oder 100-Yen-Shops leerzukaufen, versuche ich unter der Woche jeden Tag verzweifelt so zu tun, als wäre ich eine Kellnerin in einem Nobelrestaurant und serviere gutsituierten Einheimischen deutsche Haute Cuisine in Form von Brat- und Weißwürsten mit Senf zum Sparpreis von 20 bis 30 Euro... welche dann mit Gourmet- und Kennerblick fast ehrfürchtig verzehrt werden.

Cosplay á la Cordinka. Foto: Coala.

9 Comments:

At 3:07 午後, Blogger Sekretär des Weltraumpapstes said...

Und welche Lieblingsfigur
versuchst du bei deinem dienstlichen Cosplay durch Verhalten und Kostüm darzustellen?
Hans Moser aus "Hallo Dienstmann" würde vielfältige Möglichkeiten anbieten!

 
At 9:29 午後, Blogger sockenpapst said...

Jaja, an Hans Moser hab ich schon gedacht... ich bin übrigens heftig am Forschen bezüglich der Gasmasken - und ich glaube, ich kann bald erfreuliches vermelden, versuche diesbezüglich aber noch Bildmaterial zu erstellen!

 
At 7:53 午後, Blogger Hofarin said...

Das Zimmer ist ja toll-Fenster, Fenster und Fenster, aber dazwischen nicht viel... :o)
Und das Mascherl steht dir sehr gut, muss ich sagen!

 
At 10:28 午後, Blogger sockenpapst said...

Danke! Wie geht´s Ihnen denn eigentlich so, Frau Mit-Magister? Ich freue mich übrigens schon auf die gemeinsame Fiakerfahrt im Herbst... sowas gibt´s hier ja nicht, find ich fast ein wenig enttäuschend ...

 
At 4:15 午後, Blogger Minkasia said...

Herzhaften Dank für den Hans Moser, Herr Sekretär des Weltraumschabernacks!
Jedenfalls: Bombenoutfit! Kann ich auch so eines haben? Ich möchte meine Schmierfinken-Zunft in Zukunft mit einem würdigen Outfit vertreten.

 
At 10:36 午後, Anonymous 匿名 said...

hey! durchschnittliche oesterreichsche informatiker sind echt liebe leute! du brauchst nur das richtige gespraechsthema :-)

probiers vielleicht einmal mit der neuen windows version (vista) oder fuer fortgeschrittene: SCO vs. IBM :-)

lg,
elias

 
At 6:18 午後, Blogger sockenpapst said...

Glaubst du, es reicht, diese Begriffe einfach in den Raum zu stellen und danach nickend zustimmende Brummlaute von sich zu geben, während der andere spricht?!
Als Human- und Sozialwissenschaftlerin weiß ich ja nicht einmal was RAM heißt... oder bei der Gelegenheit: auch bei ROM kann ich nur raten...

 
At 9:39 午後, Blogger Minkasia said...

Darf ich gelegentlich des vorhergehenden Zwiegesprächs auf eine Debatte in meiner Webloglebensberichterstattung verweisen? Dort zitierte Leser Goldbär jüngst den mysteriösen Reproduktions-Geheimauftrag herbei, nach dem Frauen angeblich nach Kindsvätern suchen, die sie als klüger einschätzen. Daraufhin meinte ich, dass ich mir jetzt keinen Geisteswissenschaftler mehr suche, sondern irgendwas Technisch-Mathematisches, da kenn ich mich nämlich null aus und halte mein Gegenüber, das mit ROM, RAM, oder SOB herumjongliert zumindest diesbezüglich für klüger.

 
At 4:56 午後, Blogger Sekretär des Weltraumpapstes said...

SOB ist die Abkürzung für "son of a bitch".
Die technischen Abkürzungen kenne ich NATÜRLICH auch, will diese Trumpfkarte des Mysteriösen aber nicht aus der Hand geben.

 

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