Die Enzykliken des Sockenpapstes

Von ihrer Schwester genötigt sieht sich ihre Heiligkeit, das geistige Oberhaupt der Socken und strumpfverwandten Kleidungsstücke, dazu genötigt, ihr grenzenloses Randwissen nun auch per Sockenblog in die WWWelt hinauszusenden.

土曜日, 7月 15, 2006

Japans verlorene Jugend

Wie bereits im März in diesem Weblog berichtet, ist ca. 1 Million japanischer Jugendlicher bzw. junger Erwachsener von einer als "Hikikomori" bezeichneten psychischen Störung befallen, was dazu führt, dass diese das Haus nicht mehr verlassen und statt dessen lieber in Mutterns Küche herumlungern und im Internet surfen (jaja, wir alle haben das schon gemacht...aber wir verlassen zwischendurch auch Mal die Küche, um zu schauen, was das Leben sonst noch so zu bieten hat). Aber was ist mit dem Rest der japanischen Jugend?
Nun, irgendwo wird es hier sicher ganz normale junge Menschen geben - ich hab sie nur noch nicht gefunden... ok, vielleicht sollte ich auch nicht unbedingt in Harajuku suchen... also werde ich heute eine andere verhaltensoriginelle Teilgruppe der japanischen Bevölkerung zwischen 15 und 25 vorstellen... diejenige, die sich leidenschaftlich dem so genannten "Cosplay" widmen, laut Wikipedia (siehe Link in der Überschrift) folgendermaßen definiert: "Beim Cosplay stellt der Teilnehmer seine Lieblingsfigur durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar. Der Charakter kann dabei aus einem Manga, einem Anime, einem Videospiel oder einem Spielfilm stammen."

Und so schaut das dann aus:

Nein, es ist nicht Fasching, sondern ein ganz normaler Tag im Juli. Fotos: Coala.


Am Wochenende versammeln sich die gleichgesinnten Jugendlichen in Harajuku, genauer gesagt am Jinguu-Bashi, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ein wenig bedenklich erscheint mir jedoch, dass dieser Trend offensichtlich ansteckend zu sein scheint ... auch Gaijins (Ausländer) können davon befallen werden!

Die dunklen Seiten der Globalisation. Fotos: Coala.


Am Jinguu-Bashi kann man aber nicht nur spontane Manifestationen jugendlicher Modeverirrungen beobachten, ...

sondern auch den Darbietungen der zukünftigen Stars der japanischen Musikszene lauschen - nunja, zumindest kann man dahingehende Versuche hören.

Dieser junge Mann schmettert den Passanten gerne japanische Operngesänge per Megaphon entgegen.
Foto: Coala.